Newsletter 2/2018 - WBV Altmannstein & Umgebung e.V.

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Der Holzmarkt im Herbst 2018

Borkenkäferbefall europaweit

Die sich rapide zuspitzende Borkenkäfersituation, die Aufarbeitung und der starke Druck, der von den Kalamitätshölzern auf den Holzmarkt ausgeht, bestimmten weitgehend das Tätigkeitsfeld der WBV-Mitarbeiter in den Sommermonaten.

Die hohen Schadholzmengen der Stürme aus dem letzten Jahr, der trockene Sommer 2018 und der daraus resultierende rapide Anstieg der Borkenkäferschäden treffen viele Waldbesitzer sehr hart. Zu den rund 18 Mio. fm Sturmholz, die der Januarsturm Friederike mit Schwerpunkt in Mittel- und Norddeutschland geworfen hat, kommen mehr als 10 Mio. fm Borkenkäferschadholz in Deutschland. Eine zusätzliche Hiobsbotschaft kommt aus Tschechien: Das dortige Forstministerium schätzt den Borkenkäferanfall auf bis zu 20 Mio. fm in diesem Jahr. Hitze und Trockenheit haben dem Borkenkäfer hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten geboten. Der Borkenkäfer hat sich auch zu einem Problem unserer europäischen Nachbarn ausgeweitet.

Borkenkäferbefall bestimmte heuer wieder das Sommerhalbjahr und sorgte für große Holzmengen; entsprechend schleppend verläuft die Holzabfuhr und die Preise sind im Keller.

 

Gute Nachfrage nach Schnittholz: Käufermarkt

Von der florierenden Bauwirtschaft und der hohen Nachfrage nach Nadelschnittholz profitiert derzeit die gesamte Wertschöpfungskette in der Forstwirtschaft, also die Sägewerke und der Schnittholzhandel. Der einzige, der dabei nicht profitiert, ist der Waldbesitzer. Grund dafür ist ein hohes Nadelrundholzangebot aus der Aufarbeitung der Kalamitäten, das die Nachfrage in vielen Regionen übersteigt. Zudem gelangen große Mengen Rundholz auf der Schiene aus den Sturmwurfgebieten Mittel- und Norddeutschlands und Käferholz aus Tschechien nach Bayern. Die Abfuhrfristen wurden aufgrund des großen Schadholzanfalls in Bayern immer länger und so auch zu einem großen Waldschutzproblem.

 

Schwierige Holzabfuhr

Der hohe Schadholzanfall, lange Wartezeiten vor den Sägewerken sowie tageweise Anfuhrsperren wegen überfüllter Lagerplätze in den Sägewerken machten eine Auslagerung von Käferrundholz auf großen Sammellagerplätzen in der Gemarkung Kösching und Theißing notwendig. So wurde das Rundholz aus den größeren Einschlägen an die Forststraßen vorgeliefert und von dort mit LKW an die Großlagerplätze gefahren. Der Abtransport und die Sortierung der großen Schadholzmengen in die Sägewerke werden uns sicherlich bis zum Jahresende beschäftigen. Da die Güte des Holzes in den Großsägewerken beurteilt wird, ist trotz mehrmaliger Reklamationen durch die WBV auch weiterhin mit unbefriedigenden Sortierergebnissen zu rechnen.

Aussichten

Alle Waldbesitzer werden dringend gebeten, der Käfersuche und Aufarbeitung des Kalamitätsholzes in den Herbst- und Wintermonaten höchste Priorität einzuräumen. Der Fichten-Frischholzeinschlag sollte bis auf Weiteres reduziert werden. Frischholz sollte ausschließlich nachfrageorientiert, oder zur Abrundung von Pflanzflächen eingeschlagen werden. Fichtenlangholz kann nach Rücksprache mit der WBV wieder bereitgestellt werden. Die Nachfrage nach Kiefernlangholz ist derzeit nicht vorhanden, da diese Produktnische momentan durch Fichtenlangholz belegt wird. Die Sägewerke sind bis über den Jahreswechsel hinaus sehr gut mit Rundholz versorgt. Inwieweit sich die Nachfrage nach frischem Rundholz einstellt kann derzeit nicht prognostiziert werden. Die Rundholzpreise werden voraussichtlich weiter unter Druck bleiben.
Papierholz ist weiter zu gleichbleibenden Konditionen nachgefragt.

Josef Lohr
Geschäftsführer der WBV

Sturm Fabienne hinterlässt kaum Schäden

Der Sturm Fabienne fegte am 23./24. September 2018 mit bis zu 158 km/h über Mittel- und Süddeutschland. In Bayern hat er lediglich im Steigerwald bei Bamberg nennenswerte Schäden verursacht. Für unser Vereinsgebiet können wir eine Entwarnung geben.

 

Flächige Wurfnester sind bei uns die absolute Ausnahme, in unserer Region handelt es sich vielmehr um Einzelwürfe. Dabei ist auffällig, dass es sich vor allem um Bruchhölzer handelt. Der Boden war durch den fehlenden Regen in den Sommermonaten extrem trocken und die Wurzeln blieben so im Boden.

Diesmal sind ausnahmsweise nicht die Fichten, sondern überwiegend Laubbäume betroffen. Der frühe Herbstwind konnte seine Kraft in den noch belaubten Kronen voll entfalten. Gerade bei Faulstellen, Steilästen oder Zwieseln gab das Holz dann nach. Probleme für den Wald ergeben sich da keine. Im Gegenteil - oft bietet es sich an, mit diesem Bruchholz das Totholz in Ihrem Wald anzureichern.

 

Empfehlung für Nadel-Sturmholz

Grundsätzlich gilt momentan keine Eile. Der Borkenkäfer könnte sich zwar noch in die Bruchstücke von Fichten zur Überwinterung einbohren, wird aber dieses Jahr sicher nicht mehr ausfliegen. Somit haben Sie für die Aufarbeitung der Sturmhölzer bis zum nächsten Frühling Zeit.

Abgebrochene Buche vom Sturm Fabienne: Lassen Sie den Stumpf als Biotopbaum stehen.

Beratung durch Förster

Sie haben Borkenkäferprobleme und wissen nicht, wie Sie Ihren Wald weiter behandeln sollen? Sie möchten eine Durchforstung durchführen und suchen jemanden zum Auszeichnen? Sie möchten wissen, welche Baumarten in Ihrem Wald gut passen? Wenn es eine Förderung gibt, möchten Sie diese in Anspruch nehmen: Was sind die Voraussetzungen, wie hoch ist die Fördersumme und welche bürokratischen Hürden gibt es?

Für all diese Fragen sind die Forstleute für Sie da.

Wenn es um ganz konkrete Aufgaben wie Auszeichnen oder Holzaufnahme geht, unterstützen Sie die Förster der WBV, Norbert Vollnhals und Astrid Schneider.
Waldbauliche Beratungen und Förderungen führen die staatlichen Förster durch. Die dafür zuständigen Förster finden Sie auf der Homepage der WBV unter https://www.wbv-altmannstein.de/foerster.php.

Bitte nehmen Sie rechtzeitig Kontakt auf, wenn es um Förderungen geht. Schwerpunktmäßig wird dies in nächster Zeit die Wiederaufforstung der Käferholzflächen sein. Erst wenn der Antrag vom Amt bewilligt ist, dürfen Sie mit dem Pflanzen beginnen. Dies kann v.a. im Frühjahr zeitlich sehr knapp werden. Deswegen: Vereinbaren Sie bereits im Winter einen Termin, dann ist der Stress im Frühjahr nicht so hoch.

Förderung Insektizidfreier Bekämpfung ist beendet

Mit Beginn der kälteren Jahreszeit endet für heuer der Neubefall durch den Borkenkäfer. Das Herausfahren des Borkenkäferholzes ist nun nicht mehr notwendig. Damit endet auch die Förderung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung (= Herausfahren des Borkenkäferholzes auf Lagerplätze). Es müssen nun zügig die Verwendungsnachweise eingereicht werden. Erst dann kann der Zuschuss ausbezahlt werden.

Wer über die WBV den Antrag gestellt hat (bei Holzmengen unter 63 Festmeter), braucht nichts weiter zu tun. In diesem Fall unterschreibt die WBV den Verwendungsnachweis und legt die entsprechenden Holzlisten bei. Erst wenn die WBV den Zuschuss erhalten hat, kann sie die einzelnen Förderbeträge an die Waldbesitzer ausbezahlen.

Wenn auf einem ausgewiesenen Lagerplatz die Mindestmenge von 63 Festmeter nicht erreicht worden ist, gibt es für keinen der Mitantragsteller eine Förderung: Beträge unter 250 € dürfen laut den Förderrichtlinien nicht ausbezahlt werden (Bagatellgrenze).

Wer eine Förderung beim staatlichen Revierleiter beantragt hat (bei Holzmengen über 63 Festmeter), hat vom Amt neben dem Bewilligungsbescheid als Beiblatt die sogenannte „Fertigstellungsanzeige / Verwendungsnachweis“ erhalten.

Mit der Unterschrift auf der Fertigstellungsanzeige bestätigt der Antragsteller, dass die Maßnahme fertiggestellt ist. Es muss nun die genaue Holzmenge eingetragen werden. Diese kann aus der Holzliste des Sägewerks entnommen werden, die der Waldbesitzer von der WBV zugeschickt bekommt. Bitte die Holzliste in Kopie mitschicken. Ohne diesen Verwendungsnachweis wird keine Förderung ausbezahlt.

Georg Dütsch
Forstlicher Berater der WBV

Bitte Fertigstellungsanzeige/Verwendungsnachweis für die Förderung „Insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung“ einreichen.