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Der Holzmarkt stabilisiert sich – Die Rundholzpreise steigen wieder

Die hohen Käferholzmengen aus dem Sommer 2017 sind vermarktet, nun zeigt sich eine verstärkte Nachfrage nach Frischholz. Die Rundholzpreise ziehen wieder an.

Einerseits wurden die prognostizierten Holzmengen aus dem Windwurf Kolle in Niederbayern im August 2017 nicht erreicht, andererseits brauchen die boomende Wirtschaft und der Holzbausektor frisches Rundholz. Bei den letzten Preisverhandlungen wurde konsequenterweise eine Erhöhung des Rundholzpreises erreicht.

Für Fichten-Langholz werden bis 90,- €/fm ab 2b bezahlt, eine Steigerung um 3 € gegenüber den bisherigen Preisen. Für Fichten-Fixlängen konnte eine Steigerung von 81,- €/fm auf 87,- €/fm erreicht werden. Kiefer-Fixlängen steigen von 60,- €/fm auf 70,- €/fm. Diese Preise gelten ab 1. Dezember 2017.

Ein kühler und feuchter September entspannte das Käferholzaufkommen ab Anfang September deutlich. Trotzdem bildete der Käfer heuer wieder drei Generationen aus. Einer vierten Generation sind wir nur knapp entgangen. Dies hätte die angespannte Situation nochmals verschärft.

Die WBV rät den Waldbesitzern, die vom Käferbefall 2017 betroffen waren, die Käfernester gründlich zu kontrollieren. Vorsorglich sollten Käfernester im Wintereinschlag nochmals gründlich „gerändelt“ und abgerundet werden, um Käfer, die sich spät eingebohrt haben zu entfernen.

Im Vordergrund: Käferbefall 2017; die restlichen Bäume im Hintergrund im Winter als Frischholz ernten, weil sie mit großer Wahrscheinlichkeit nächstes Jahr dem Borkenkäfer oder dem Wind zum Opfer fallen.

Weiterhin müssen v.a. Fichten-Reinbestände in klimatolerante Mischbestände aus mehreren Baumarten umgebaut werden. Dies muss über gezielte Durchforstungen und Pflanzungen geschehen. Nutzen Sie hiebsreife Fichtenbestände, bevor Käfer und Sturm nur Preisabschläge zur Folge haben.

Zurzeit sehr gesucht: frisches Fichtenstammholz für 90,- €/Festmeter

 

Folgende Aushaltung und Preise gelten vom 1. Dezember 2017 bis 31. Januar 2018 (alle Preise netto zzgl. 5,5 % MwSt.):

  • Fichte Langholz: 16 - 20 m + 40 cm Übermaß, Zopf 18 cm m. R.: Güte B 2b+: bis 90,- €/fm; Käferholz mitgehend; Käferabschlag: minus 20,- €/fm
  • Fichte Fixlängen: 5,10 m und 4,10 m (D-Holz, Gipfelstücke), Zopf 14 cm m. R., 2b+, Güte B/C: bis 87,- €/fm Käferabschlag: minus 20,- €/fm; D-Holz: 57,- €/fm
  • Kiefer Fixlängen: 5,10 m und 4,10 m, (Hauptlänge 5,10 m!), Zopf 14 cm m. R., 2b+ Güte B/C: bis 70,- €/fm
  • Papierholz: Länge 2,0 m (maschinell Harvester 3,0 m!), Zopf 8 cm m. R., frisch: 32,50 €/rm (= 34,29 € brutto)
  • Buchen-Stammholz: 3,10 m – 9,30 m, Güte B L4: bis 80,- €/fm; L5+: bis 90,- €/fm Güte C L4: bis 72,- €/fm, L5+: bis 74,- €/fm
  • Eichen-Stammholz: 3,10 m – 9,30 m, Güte B L4: bis 225,- €/fm; L5+: bis 250,- €/fm; Güte C L4: bis 125,- €/fm; L5+: bis 135,- €/fm
  • Buchen-IL Brennholz 4,10 m: bis 63,- €/fm
  • Energieholz 2 m Nadelholz: bis 25,- €/rm
  • Gipfelhackgut: 1 - 4,- €/Srm

Einmal Fichte geht noch – oder?

Die Fichte – der Baum des Jahres 2017 - stand im Mittelpunkt des Waldbesitzertages in Weihenstephan. Fachleute aus verschiedenen Bereichen diskutierten über die Zukunft unserer häufigsten und wichtigsten Nadelholzbaumart. Und die schaut nicht rosig aus.

Wirtschaftlich gesehen gilt die Fichte zu Recht als der Brotbaum der Forstwirtschaft. In vielen Privatwaldbetrieben hat sie einen Anteil von 80 % an der Wertschöpfung. Über die Hälfte des Holzzuwachses in Bayern stammt von dieser Baumart. Das Holz ist gesucht und vielfältig zu verarbeiten. Doch der Klimawandel trifft vor allem die Fichte.

 

Hohes bis sehr hohes Klimarisiko

Das Klimarisiko für die Fichte wird im WBV-Gebiet als recht hoch eingeschätzt. Die Fichten, die jetzt gepflanzt werden, werden in 50 Jahren einem erhöhten oder hohen Risiko ausgesetzt sein. In den Hängen sind die Fichten bereits jetzt sehr risikobehaftet (siehe Abb. 1). In 100 Jahren gelten alle Fichtenbestände im WBV-Gebiet als sehr risikobehaftet (Abb. 2). Nur mehr als Mischbaumart in sehr geringen Anteilen wird sie auch in Zukunft noch vertreten sein.

Abb. 1: Klimarisiko im WBV-Gebiet im Jahr 2050
Abb. 2: Klimarisiko im WBV-Gebiet im Jahr 2100 – Schlechte Prognose für die Fichte

Angesichts solcher Prognosen ist es zweifelhaft, ob die jetzigen Fichten noch ihre reguläre Umtriebszeit erreichen. „Einmal Fichte geht noch“, das wird wahrscheinlich nicht mehr funktionieren.

„Der Waldumbau wird passieren – wir haben es in der Hand, ob das geplant oder kalamitätsbedingt geschieht“, so die Einschätzung der Experten. Vor allem zwei Punkte nennen sie: Einerseits ein zielgerichteter und aktiver Waldumbau und anderseits die Verkürzung des Produktionszeitraumes („Umtriebszeit“), weil das Anbaurisiko mit steigendem Alter zunimmt. Im Kleinprivatwald sind die Holzvorräte besonders hoch. Hier besteht am meisten Handlungsbedarf.

 

Handlungsbedarf vor allem im Kleinprivatwald

Nutzen Sie jede Gelegenheit, um Ihre Bestände zu pflegen. Pflege bedeutet, regelmäßig zu durchforsten. Bei der Durchforstung aber nicht die unterständigen Bäume rausschneiden, sondern den stärksten Bedränger des Zukunftsbaumes (Z-Baum). Mischbaumarten wie die Buche, Eiche, Kiefer oder auch andere Laubbaumarten (Birke, Vogelbeere, Esche…) sind Z-Bäume und sollten dementsprechend gefördert und freigestellt werden. Zu hohe Vorräte sind Gift für die Stabilität eines Fichtenbestandes. Kurze Kronen und instabile Bäume sind das Resultat. Ein kleiner Sturm genügt, um diese Fichten umzuwerfen. Kommt dann auch noch Borkenkäfer dazu, so wird aus dem einstmals geschlossenen in kurzer Zeit ein durchlöcherter Bestand. Im schlimmsten Fall löst sich der Bestand innerhalb weniger Jahre komplett auf.

Neben der Pflege genauso wichtig ist, Altbestände rechtzeitig zu verjüngen. Das bedeutet, sich frühzeitig über den Nachfolgebestand Gedanken zu machen, und dies dann auch in die Tat umsetzen. Vorbau benötigt Zeit: Ist der Altbestand 60 bis 70 Jahre, sollte er bereits mit schattenertragenden Baumarten, wie z.B. Buche oder Tanne, unterbaut werden. Diese brauchen mindestens fünf, meist sogar zehn Jahre; bis sie aus dem Gröbsten heraus sind. Also sollte bereits bei einem 50 Jahre alten Bestand mit der Verjüngung begonnen werden. Nichts tun, bedeutet in vielen Fällen nur Fichten-Naturverjüngung mit allem Risiko. Schlagen Sie regelmäßig Holz. Dadurch werden die Bestände stabiler, hoffentlich gemischter und bekommen größere Kronen. Außerdem erlösen Sie für Frischholz deutlich mehr als für Käferholz. Lassen Sie sich bei Unklarheiten durch die staatlichen oder die WBV-Förster beraten.

 

Georg Dütsch
Forstlicher Berater

Die Stabilität junger Douglasien

Die Douglasie ist eine interessante Baumart im Zuge des Klimawandels. Allerdings muss beim Anbau einiges beachtet werden. Ein wichtiges Kriterium ist das Lichtangebot für die jungen Bäume. Im Halbschatten gepflanzte Douglasien sind sehr instabil und werden häufig umgedrückt.

Umgedrückte Douglasien aus Naturverjüngung
Quelle: AFZ 12/2017

In ihrer Heimat im Westen Nordamerikas gilt die Douglasie als Halbschattenbaumart, die nach Bestandsauflösungen (Waldbrand) Freiflächen besiedelt. Später wird sie dann von schattenertragenen Baumarten abgelöst. In Mitteleuropa verjüngt sie sich auch natürlich im Halbschatten. Mitteilungen aus der forstlichen Praxis zeigen, dass solche im Halbschatten verjüngte und unter Schirm erwachsene Douglasien häufig nicht ausreichend stabil sind. Die Douglasien, die bei uns nach den 1980er-Schneebrüchen in die damaligen Lücken gepflanzt wurden, bestätigen diese These: Bei zu geringem Lichtangebot sind sie großteils wieder untergegangen bzw. wurden umgedrückt.

Vor kurzem wurde zu diesem Thema eine Bachelorarbeit in Weihenstephan geschrieben. Die Ergebnisse erhärten die Beobachtungen aus der Praxis. So zeigte sich, dass die schirmfrei erwachsenen Stämmchen bei gleicher Höhe dicker, kräftiger wüchsiger und intensiver verwurzelt waren als beschirmte Douglasien. Sie sind insgesamt vitaler. Verantwortlich dafür ist die Strahlungsmenge an Licht. In der Vegetationszeit bekommen die Freiflächendouglasien bis zu 11-mal mehr Strahlungsenergie ab, als die beschirmten. Mit zunehmendem Höhenwachstum wird die Situation für die Schirm-Douglasien sogar noch kritischer: Das Wurzelwachstum wird stark reduziert oder sogar ganz eingestellt. Es verwundert daher nicht, dass diese Bäumchen später vom Schnee umgedrückt werden.

Für die Praxis bedeuten die Ergebnisse Folgendes:

  • Douglasie nur auf voll besonnte Freiflächen pflanzen; leichter Seitenschutz ist kein Problem und sogar kleinklimatisch gut.
  • Kleinere Löcher (30 x 30 m) mit Schattbaumarten wie Tanne oder Buche auspflanzen.
  • Über Douglasien-Naturverjüngung bald nachlichten.

Natürlich muss der Standort generell für die Douglasie passen. Gut geeignet sind gut bis mäßig wasserversorgte Feinlehme oder auch Schichtböden (Schichtlehme, Schichtsande).Nicht geeignet sind z.B. stark verdichtete Feinlehme oder flachgründige oder südseitig geneigte Kalkböden. Laut Literatur mag die junge Douglasie keinen freien Kalk im Oberboden. Die Nadeln werden dort gelblich („Kalkchlorose“). Dort sollte auf besser angepasste Baumarten ausgewichen werden.

Auch hier beraten die staatlichen Förster oder die Förster der WBV.

 

Georg Dütsch
Forstlicher Berater

Newsletter 4/2017 der WBV Altmannstein